Klar. lernen

Standpunkte

Meine Vorstellung von der Bildungsstadt Marburg:

Über Bildung wird heute viel geredet – aber nicht überall spiegelt sich das auch in der finanziellen Ausstattung wider. In Marburg verstehen wir uns dagegen bewusst als „Stadt der Bildung“. Und vor allem – wir handeln vor Ort ganz klar danach. Ich will, dass das so bleibt. Neben den Schulen, der Philipps-Universität und der Blindenstudienanstalt existieren hier zahlreiche weitere, größere und kleinere Bildungseinrichtungen.

Die Stadt selbst ist in Marburg der größte Bildungsträger mit ihren Schulen der verschiedensten Schulformen, inklusive Abendschulen, der Stadtbücherei, mit Medienzentrum und der Volkshochschule. Die Attraktivität unseres Schulstandortes ist weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Darauf können wir stolz sein.

Zugleich gehören Schule und Mobilität zusammen. Ich will für unsere Schülerinnen und Schüler ein gutes und sicheres Schulumfeld und einen sicheren Schulweg.

Wir investieren bewusst in die Bildung; insbesondere der bedarfsgerechte Aus- oder Umbau, die Sanierung der Schulgebäude, der Fachräume für moderne Unterrichtsmethoden und der Schulsporthallen stellen einen wesentlichen Teil unserer Investitionsmaßnahmen dar.

Ich werde ein 30-Millionen-Euro-Programm für Modernisierung und Ganztagsausbau unserer Schulen auflegen. Damit will ich die Bedingungen für Ganztagsbetreuung unter anderem an Grundschulen deutlich verbessern und ausbauen, unsere Schulen weiter in gutem Zustand erhalten und die Arbeitsbedingungen auch für die Lehrer an unseren Schulen verbessern – trotz der Kürzungen durch das Land Hessen.

Mit vielen zusätzlichen Projekten wird jedem Kind der Zugang zu kulturellen und sportlichen Angeboten eröffnet. Die Stadt hat die Lokale Bildungsplanung vor über zehn Jahren ins Leben gerufen und die Mittel dafür kontinuierlich der großen Nachfrage angepasst. Das Programm macht Kulturträger und Schulen zu Partnern – für Schülerinnen und Schüler. Mit der neuen Initiative Mabison will die Stadt mit den Vereinen das Angebot und die Teilhabe für Kinder und Jugendliche besonders für Sport und Bewegung noch einmal ausweiten. Die Arbeit daran hat gerade begonnen. Ich werde dies weiterführen.

Gute Bildung fängt jedoch schon vor der Schule an, deshalb stehe ich für eine 100-prozentige Bedarfsabdeckung bei der Kinderbetreuung.

Volkshochschule und Stadtbücherei in Marburg sind zwei weitere sehr erfolgreich arbeitende Bildungseinrichtungen von zentraler Bedeutung. Sie ermöglichen für Bürgerinnen und Bürger jeden Alters lebenslanges Lernen, schaffen kreative Spielräume, stehen für Gesundheit und mit ihrem hervorragenden Angebot von Deutsch-Sprachkursen für gelungene Integration. Ihre Aufgabe ist es auch, Menschen mit geringem Einkommen und aus „bildungsfernen“ Familien den Zugang zu ermöglichen und zum Mitmachen anzuregen.

Die Stadtbücherei steht nicht zuletzt auch für moderne Leseförderung und mit ihrer Onleihe wird sie zur 24-Stunden-Bibliothek. Stadtbüchereien sind für mich mehr als Bibliotheken, sondern in der Perspektive immer mehr Treffpunkte in der Stadt.

Für ihre wichtige Arbeit brauchen Volkshochschule und Bücherei deshalb unsere angemessene Unterstützung und die Möglichkeit der kontinuierlichen Weiterentwicklung.

Für den Bereich der Schulen sind wir als Schulträger Stadt auf die Rahmenbedingungen – z. B. in der Lehrerzuweisung – angewiesen, die das Land setzt. Denn das Land ist allein zuständig für die Lehrpläne, den Unterricht mit Ganztagsangeboten und für die Lehrerzahlen. Deshalb sind manche Entwicklungen auch nicht so schnell umsetzbar, wie wir und die meisten Eltern sich das vorstellen, zum Beispiel bei der Entwicklung hin zu Ganztagsschulen.

Bei den Schulen geht die Stadt Marburg trotzdem bewusst und deutlich in „Vorleistung“: Sie übernimmt an verschiedenen Stellen Kosten, zu denen sie gar nicht verpflichtet ist. Zum Beispiel für Betreuungsangebote an den Grundschulen mit einem Angebot, vom dem andere Städte nur träumen können! Zum anderen wird, als eine komplett „freiwillige Leistung“, seit vielen Jahren in erheblichem Maße Geld für Zusatzangebote an den Schulen im Rahmen der „Lokalen Bildungsplanung“ zur Verfügung gestellt.

Auch die Schulbibliotheken werden „freiwillig“ unterstützt, da diese sonst an den wenigsten Schulen angemessene Öffnungszeiten gewährleisten könnten. Alles, was an den Schulen der Stadt Marburg an zusätzlicher Sozialpädagogischer Arbeit geleistet wird, ist ebenfalls allein auf ein städtisches Programm zurückzuführen.

Der Zugang zu schulischer Bildung gilt für alle Kinder, ob mit oder ohne Behinderung – ob hier geboren oder vor Krieg und Verfolgung geflohen. Zugehörigkeit statt Ausgrenzung das bedeutet Inklusion. Die Menschen in Marburg engagieren sich vorbildlich auch für die Beschulung und Aufnahme von jungen Flüchtlingen, die alleine nach Deutschland kommen. Statt bürokratischer Hürden und brauchen auch diese Kinder und Jugendlichen unsere Unterstützung.

 

Was ist zu tun:

Für mich als Oberbürgermeister ist klar: Kein Kind und kein Jugendlicher darf zurückgelassen werden, jedes Kind, jeder Jugendliche muss die optimale schulische Ausbildung bekommen können. Und das Recht auf Bildung hört nicht nach der Schule auf, es gilt lebenslang. Kosten müssen selbstverständlich immer im Blick gehalten werden, aber an Bildung darf nicht gespart werden!