Klar. mobil

Standpunkte

Verkehr in Marburg

Meine Vorstellung von der bewegten Stadt:

Die Organisation des Verkehrs ist in einer Stadt, gelegen zwischen zwei Höhenzügen, mit dicht bebauten Altstadtarealen, einem Fluss, erhaltenswerten Grünflächen, der Eisenbahn, Außenstadtteilen, einer Autobahn und zudem einer aktiven und hoch mobilen Bevölkerung eine spannende Herausforderung. Diese Struktur ist wohl auch der Grund, warum manche Verkehrsdebatten in Marburg immer wieder und mit solcher Leidenschaft geführt werden.

Laut neuesten Studien wünschen sich über 80 Prozent der Bürgerinnen und Bürger, dass man in der Stadt kaum noch auf ein Auto angewiesen sein muss, bei jungen Menschen (14- bis 17-Jährige) sind es sogar über 90 Prozent. Zudem gibt es nach einer Untersuchung des Umweltbundesamtes eine hohe Zustimmung für neue Mobilitätskonzepte in den Städten.

Aufgabe der Stadt ist deshalb ein integriertes Konzept für den Verkehr in Marburg. Das nehme ich als Oberbürgermeister ernst. Öffentlicher Personennahverkehr, Fußgänger, Radfahrer, Carsharing und Individual-Kfz-Verkehr müssen als Gesamtstruktur gesehen werden.

 

Teilhabe der ganzen Stadt

Vermutlich nutzt die Mehrheit der Verkehrsteilnehmer in Marburg den Bus. Mobilität ist die Voraussetzung für Teilhabe: Wer nicht hinkommt, wohin er möchte, kann auch nicht mitmachen. Deshalb ist die konsequente Nutzerorientierung erste Aufgabe.

Marburg hat hier eine sehr gute Entwicklung genommen: Waren vor 15 Jahren die Außenstadtteile teilweise nur zweimal am Tag durch Öffentlichen Personennahverkehr angebunden, gibt es heute einen Stundentakt in alle Stadtteile. Unsere Stadtwerke leisten hier einen hervorragenden Job. Mit der aktuell begonnenen Neufassung des Nahverkehrsplans werden die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft gestellt.

 

Für mich gilt:

 

Vernetzen

Entscheidend ist, die verschiedenen Verkehrsmittel sinnvoll zu vernetzen, damit die Bürgerinnen und Bürger nach dem persönlichen Bedarf wählen und kombinieren können. Gerade die riesige Zahl junger Menschen in Marburg lebt mit multimodaler Verkehrsmittelnutzung, kombiniert also unterschiedliche Fortbewegungsformen.

 

Was ist zu tun?

 

Die B 3, die Stadtautobahn, ist ein wichtiger Verteiler des innerstädtischen Verkehrs und soll in dieser Rolle genutzt werden. Auch weiterhin plädiere ich für Tempo 80 für Pkw und 60 für Lkw. Leider hat das Land bei der jüngsten Erneuerung der Fahrbahn nur einen eingeschränkt schallschluckenden Belag eingesetzt und so die Gelegenheit auf eine weitere Lärmreduzierung vertan. Auch bei der Temporeduzierung ist die zuständige Landesregierung nun in der Pflicht, die Forderung aus Marburg umzusetzen.

Überlegungen zur grundsätzlichen Veränderung der Stadtautobahn durch eine Untertunnelung, mit der wir alle erheblich an Lebensqualität Stadt gewinnen könnten, und eine Machbarkeitsstudie dazu werde ich entschieden unterstützen – die Autobahn hätte von Anfang an unter die Erde gelegt werden sollen. Wir sind dabei aber auch abhängig von Bund und Land. Meine jahrelange Arbeit in der Landes- und Bundespolitik möchte ich hierbei als Oberbürgermeister für Marburg in die Waagschale werfen.