Klar. sozial

Standpunkte

Meine Vorstellung von der Sozial-Stadt:

Die soziale Infrastruktur der Stadt Marburg nützt allen. Jede und jeder von uns kommt irgendwann in die Situation, das eine oder andere Angebot, Hilfe, Beratung und Unterstützung zu benötigen. Soziale Infrastruktur das sind: Kindertagesstätten und Nachmittagsbetreuung, Senioreneinrichtungen und Pflegestützpunkt, Jugendclubs und Familienzentren, Beratungsstellen und Gemeinwesenarbeit, Behindertenfahrdienst und Werkstätten, Krankenhäuser, Flüchtlingshilfe und vieles mehr.

Gutes Zusammenleben in unserer Stadt kann nur gelingen, wenn alle Menschen gute Rahmenbedingungen vorfinden. Mein Ziel ist es, diese über Jahre mit viel Geschick, solider Finanzierung und großer Verantwortung aufgebaute soziale Infrastruktur zu erhalten, sie zeitgemäß weiter zu entwickeln und dabei auch neue Schwerpunkte zu setzen, vor allem beim Thema Armut.

Dabei gilt für mich: Das Vorbeugen ist immer besser als das Reparieren. Deshalb werde ich konsequent die Strategie einer vorbeugenden Sozialpolitik weiterführen.

 

 

Familien und Beruf – mehr als Kinderbetreuung

Marburg hat eine gute Struktur für Familien: Das Marburger Bündnis für Familie funktioniert. Die Stadtverwaltung gibt mit 286 verschiedenen Arbeitszeitmodellen ein gutes Beispiel ab, an dem wir mit Blick auf die Vereinbarkeit von Beruf und Kindern, Pflege und Beruf sowie auf die Situation von Alleinerziehenden weiter arbeiten werden. Mit dem Programm „Maribel“ begrüßen wir als Stadt Neugeborene und informieren Eltern über frühe Hilfen. Mit drei Erziehungsberatungsstellen und einem weiteren umfangreichen Beratungsangebot werden Eltern einfühlsam und kompetent unterstützt.

Marburg hat die am besten ausgebaute Betreuung für Kinder unter drei Jahren in Hessen. Auch für die Altersgruppe der Vier- bis Sechsjährigen gibt es für 70 Prozent einen Kitaplatz von 7 bis 17 Uhr – vor wenigen Jahren war das noch ein Drittel. Marburg gibt freiwillig jährlich 1,6 Millionen mehr für Kinderbetreuung aus, als es nach dem unsäglichen „KiFöG“ des Landes vorgeschrieben ist.

Auch für Jugendliche hält die Stadt ein breites Angebot bereit, zum Beispiel die Jugendclubs. Und die neue Marburger Bildungsoffensive Mabison steht dafür, gemeinsam mit Vereinen und Trägern Kindern und Jugendlichen noch stärker als bisher gleiche Chancen auf sportliche, kulturelle und naturbezogene Teilhabe zu eröffnen – durch ganz konkrete Förderung.

 

Was ist zu tun?

 

 

Gut leben im Alter

Wir leben immer länger – die alternde Gesellschaft ist ein Segen! Und wir bleiben länger fit und gesund, können viel mit den dazugewonnenen Jahren anfangen. Altenpolitik soll genau das unterstützen und helfen, dass für jede und jeden aus den gewonnenen Jahren auch gute Jahre werden. Eine moderne Seniorenpolitik fördert die gestiegenen Ressourcen und Potenziale älterer Menschen zu Selbstverantwortung und gesellschaftlicher Mitgestaltung und schafft die nötigen Rahmenbedingungen für ein „gutes Altern“. Dafür stehe ich.

Mit dem BiP-Beratungszentrum und integriertem Pflegestützpunkt am Rudolphsplatz wurde ein zentraler Anlaufpunkt für kostenlose und unabhängige Informationen und Unterstützung für Betroffene und Angehörige, gerade bei wichtigen Entscheidungen, geschaffen. Die Stadt fördert erfolgreich altersgerechten Wohnraum und eine dezentrale Versorgung, damit Menschen in den eigenen vier Wänden bleiben können. Die Weiterentwicklung der Altenhilfe St. Jakob und des Altenzentrums am Richtsberg trägt diesem Wunsch nach mehr ambulanter Versorgung Rechnung und unterstützt zugleich diejenigen, die für die Pflege eine feste Einrichtung in Anspruch nehmen möchten oder müssen.

Daneben gibt es in Marburg für ältere Menschen ein ausgezeichnetes ehrenamtliches Angebot mit zahlreichen Stadtteilinitiativen der Vereine und der Stadtteilgemeinden, die es weiter zu fördern und zu unterstützen gilt.

 

Was ist zu tun?

 

 

Politik für Menschen mit Behinderungen

Inklusion heißt für mich: Ich möchte, dass Menschen mit Behinderungen genauso am Leben in der Gemeinschaft teilhaben können. Man ist nicht behindert, man wird behindert – dieser Leitgedanke ist der richtige Ansatz. Wie können wir dafür sorgen, dass niemand behindert wird? Das ist für mich die Messlatte der EU-Behindertenrechtskonvention. Nicht umsonst hat Marburg als Gastgeber den Zuschlag für die Special Olympics 2015 erhalten. Ich freue mich sehr auf das Miteinander der Sportler mit und ohne geistige Behinderung.

In Marburg gibt es nicht nur ein dichtes Netz an herausragenden Unterstützungseinrichtungen wie die Blindenstudienanstalt, den städtischen Behindertenfahrdienst, die Werkstätten der Lebenshilfe, die Einrichtungen für Menschen mit psychischen Erkrankungen und zahlreiche Projekte zur beruflichen Inklusion. In Marburg gibt es vor allem ein Klima des Respekts im Umgang miteinander – das ist die wichtigste Voraussetzung für Inklusion.

Barrierefreiheit wird in Marburg so groß geschrieben, dass Marburg gerade zur Modellregion „Inklusion bewegt“ geworden ist und den 2. Platz eines EU-Awards gewonnen hat – und das in einer so hügeligen Stadt mit schwieriger Topographie. Die gute Zusammenarbeit mit dem Behindertenbeirat hat zum Beispiel bei der Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes Maßstäbe gesetzt.

 

Was ist zu tun?

 

 

Gemeinwesenarbeit, Armutsbekämpfung und soziale Integration

Zusammenleben funktioniert nur, wenn jede und jeder sich als respektierter und akzeptierter Teil der Gesellschaft fühlen kann. Integration, Inklusion und Teilhabe funktioniert, wenn sie auf der Ebene der Gemeinde oder des Stadtteils erreicht werden. Besonders Armut kann zu sozialem Ausgeschlossensein führen, zumal sie oft mit Arbeitslosigkeit, chronischer Krankheit und anderen Einschränkungen einhergeht. Dass in Deutschland arme Menschen zehn Jahre kürzer leben als Reiche finde ich inakzeptabel.

Marburg stellt mit einer einzigartigen sozialen Infrastruktur sicher, dass jeder und jedem größtmögliche Teilhabe ermöglicht wird und jede und jeder alle Chancen und Unterstützung bekommt, die helfen können:

Die Liste der Einrichtungen ist lang, und das ist gut so: Marburg darf sich zu Recht das soziale Herz Deutschland nennen.

Diese vorbeugende Politik, die nicht erst kommt, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist, bleibt der richtige Ansatz, den es fortzusetzen gilt. Und auch für den Umgang mit den Trägern gilt: So wie man hineinruft, so schallt es heraus. Wer gute soziale Arbeit will, muss auch diejenigen, die die Arbeit machen, anständig behandeln.

 

Was ist zu tun:

 

 

Migration, Flüchtlinge, Integration

Marburg ist eine bunte und weltoffene Stadt. Menschen aus aller Herren Länder kommen hierher und bereichern Marburg und unser aller Leben. Das gilt gleichermaßen für Studierende und Wissenschaftler, für Menschen, die selbst oder ihre Vorfahren einmal zum Arbeiten hergezogen sind, und ganz besonders für diejenigen, die vor Gewalt, Verfolgung, Terror und Krieg fliehen mussten und bei uns Schutz suchen. Sie alle sind herzlich willkommen!

Diese Marburger Weltoffenheit hat zu einem Klima der freundlichen Begegnung geführt, die von der Stadt in vielfältiger Weise gefördert wird: mit dem Runden Tisch Integration, der Förderung des Ausländerbeirats, einer neuen Koordinationsstelle für Flüchtlingswesen bei der Stadt, einem Flüchtlingscafé, einer gepflegten Willkommenskultur, aber auch mit der Orientierung auf „Eine-Welt-Projekte“ sowie mit einem vorbildlichen Vhs-Angebot für Sprachkurse. Der Runde Tisch der Religionen hat zudem in der Stadt des Religionsgesprächs seine ganz besonderen Verdienste nachdrücklich unter Beweis gestellt. Und auf dem Marktplatz versammelten sich Ende 2014 spontan über 3500 Menschen, um sich gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit zu wenden. Marburg ist eine tolle Stadt!

Ich möchte, dass wir nicht mehr von der „Integration“ von Menschen mit Migrationshintergrund sprechen. Wer hier geboren ist oder lange hier lebt, muss sich nicht integrieren: Er ist gleichberechtigtes Mitglied unserer Gesellschaft, verdient den gleichen Respekt und Anerkennung und die für ihn oder sie nötigen Unterstützungen.

Für die Politik dieser Stadt gilt:

Es geht nicht um „die“ und „wir“, sondern um „uns“.

 

Was ist zu tun: